Daniel Spruth und Sofia Rivadeneira, RWTH Aachen
Eine Invasion von Hockern. Was wie ein Möbelstück anmutet, kann in der Masse die Kraft haben, die Wahrnehmung einer Stadt temporär zu verändern. „2010 Chairs“ tauchen in zeitlicher Abfolge an fünf verschiedenen Standorten in der Stadt Pécs auf. Die Installation orientiert sich entlang eines Pfades mit neuen kulturellen Einrichtungen und knüpft eine symbolische Brücke zwischen Stadtkern und dem revitalisierten Zsolnay Cultural Quarter. Ob als chaotische, lineare oder gerasterte Struktur, die Logik der Anordnung soll auf das Potenzial der neu geplanten Stadträume aufmerksam machen und zu einem Dialog zwischen Mensch und Raum anregen. Auf jedem gelben Hocker ist die Inschrift „Take a seat, be a part“ angebracht. Sie lädt die Besucher und Bewohner der Stadt Pécs dazu ein, in den öffentlichen Räumen Platz zu nehmen und durch aktive Partizipation selbst ein Teil der Installation zu werden. Die anfänglich statischen Bilder der Anordnung lösen sich durch die konstante Benutzung der Hocker nach und nach auf. Es entstehen neue Formationen, die bizarre Impressionen und Erinnerungen hervorrufen können. So bleibt die Installation in ständiger Bewegung, dem öffentlichen Raum wird neues Leben eingehaucht. In Verbindung mit begleitenden künstlerischen und musikalischen Beiträgen kreiert "2010 Chairs" ein Raumerlebnis, das den Menschen über die temporäre Intervention hinaus in Erinnerung bleibt. Das Projekt versteht sich als Metapher für die Transformation von Pécs zur Kulturhauptstadt Europas 2010.
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Anerkennung
Pia Lüttke und Viktoria Schmidt, TU Dortmund, Fakultät Raumplanung
Auf der Verbindungsachse zwischen der Pécser Innenstadt und der Porzellanfabrik Zsolnay soll eine Kulturmeile entstehen, die Einwohner und Touristen gleichermaßen anzieht. Grundlegend ist die Überlegung, den öffentlichen Raum in seiner gewachsenen Identität nicht zu zerstören, sondern die kulturellen und sozialen Strukturen der vorhandenen Stadtquartiere aufzugreifen und zu verstärken. Durch eine Neuordnung der Straße soll eine Atmosphäre des Miteinanders und des gegenseitigen Austausches geschaffen werden – der Straßenraum wird zum Begegnungsraum! Das Prinzip des Teilens (to share) greift hier sowohl auf einer konkreten städtebaulichen als auch auf einer übergeordneten sozialen Ebene. Die momentan sehr breite Straße soll zum Teil reprivatisiert werden und mehr Platz für Fußgänger und Anlieger bieten. Die Bewohner der Quartiere, Besucher, Künstler und Kinder können sich im Straßenbereich mit Kreide und Ähnlichem kreativ austoben. Zusätzlich in den Boden eingearbeitetes Zsolnay-Porzellan symbolisiert die Verknüpfung mit dem neuen Zsolnay Cultural Quarter. Die Freizeitqualität des Areals soll mittels einer neuen Parkanlage, einer sogenannten Allmende, erhöht werden. Die soziale Planungsebene wiederum sieht die Aufteilung der Straße in drei unterschiedliche Quartiere vor: ein Einzelhandelsquartier, ein Gastronomiequartier und ein Freizeit- und Szenequartier, das insbesondere die Kultur der dort ansässigen Roma und Sinti integriert.

Anerkennung 2
Sebnem Soher, Ozan Can Özübal und Gülin Rahvanci, Yildiz Technical University und Istanbul Bilgi University
Der Entwurf setzt auf Sichtbarkeit, um die fehlende Verbindung zwischen Innenstadt und Zsolnay Areal herzustellen: Welchen Blick hat man von hier auf die Stadt? Wie fühlt sich die Stadt von diesem neuen Standpunkt aus an? Das auszuprobieren und erlebbar zu machen, hat sich Under Construction zum Ziel gesetzt: Um den alten Schornstein der Keramikmanufaktur herum entsteht ein temporäres Baugerüst mit mehreren begehbaren Etagen, dass als Aussichtsturm fungiert. Über weitere Bauelemente wird die Verbindung zu den benachbarten Gebäuden hergestellt und in der Stadt selbst tauchen entsprechende Bauteile auf, die auf die Installation im neuen Kulturquartier verweisen.